Kinder-Verletzungen (SAV)

Katalog-Nummer 1.7.2018
V=Verletzungsartenverfahren
S=Schwerstverletzungsartenverfahren
 
1.3 S 

Thermische Schädigungen einschließlich Stromverletzungen oder chemische Schädigungen

mit einer Ausdehnung über 15 % der Körperoberfläche (2.-gradig),

3.-gradige Schädigungen über 10 %

(beachte abweichende Berechnung der brandverletzten Körperoberfläche bei Kindern).

 
6.1 

Im Kindesalter alle Schaftbrüche an

Oberarm, Unterarm (Elle und Speiche kombiniert oder einzeln, insbesondere Monteggia-Frakturen),

Oberschenkel, Unterschenkel (auch isolierte Brüche von Schienbein oder Wadenbein)

bei gegebener oder abzuklärender Operationsnotwendigkeit.            

6.1 S

Vorgenannte Schaftbrüche im Kindesalter bei

− Gefäßverletzung
− Nervenverletzung
− hochgradiger Weichteilschädigung.                  

7.1 V

Verletzungen der Gelenke bei Kindern als Verrenkung oder gelenkbetreffende Brüche

mit potentieller Störung des Wachstums entsprechend Aitken Typ II und Typ III (Typ E3 und E4 der AO-Klassifikation),

bei gegebener oder abzuklärender Operationsnotwendigkeit,

insbesondere

− Brüche der Oberarmkondylen

− Ellenbogenverrenkung mit Abriss der Oberarm-Epikondylen

− Ellenbogenbrüche − traumatische Verrenkungen der Kniescheibe

− Kreuzbandverletzungen und knöcherne Ausrisse der Interkondylenhöcker

− körperferne Schienbeinbrüche einschl. Übergangsbrüche

− Innen- und Außenknöchelbrüche

− Brüche der Metaphysen, z.B. körpernahe Oberarmbrüche, distale (suprakondyläre) Oberarmbrüche, Radiushalsbrüche, Brüche des Oberschenkelhalses, körperferne Oberschenkelbrüche, körpernahe Unterschenkelbrüche.

7.1 S

Vorgenannte Verletzungen bei Kindern mit

− Gefäßverletzung
− Nervenverletzung
− hochgradiger Weichteilschädigung.     

10.3  S 

Verletzungskombination oder –konstellation bei Kindern, die eine besondere kindertraumatologische Kompetenz erfordern wie z. B.:

− Kopfverletzung mit Schädel-Hirn-Trauma II. oder III. Grades oder Impressionsfraktur

− Organverletzung wie Thoraxtrauma mit Lungenkontusion − Abdominaltrauma mit Organverletzung

− Instabile Beckenfraktur

− Frakturen von zwei langen Röhrenknochen der unteren Extremität

− Intensivtherapie über 24 Stunden.               


Altersgrenzen mit Angabe in Jahren haben aufgrund der großen biologischen Variabilität in der Traumatologie neben klinischen Befunden (z.B. abgeschlossenes Knochenwachstum, biologisches Alter) lediglich eine hinweisende Bedeutung. Im Folgenden gelten Kinder im Sinn dieser Anforderungen als Personen bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres.

In Zweifelsfällen, ob eine Verletzung nach dem Verletzungsartenverzeichnis vorliegt, insbesondere auch bei abzuklärender Operationsnotwendigkeit, hat grundsätzlich die Vorstellung in einem am Verletzungsartenverfahren (VAV) bzw. am Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) beteiligten Krankenhaus zu erfolgen. Sind bei einer verletzten Person sowohl Ziffern nach VAV als auch nach SAV zutreffend, so erfolgt die Zuordnung immer in das SAV.

Die Behandlung einer vital bedrohlichen Verletzung (z. B. Milzzerreißung) oder einer hoch dringlich zu versorgenden Verletzung (z.B. Muskelkompressionssyndrom) hat selbstverständlich Vorrang vor den Regelungen der Vorstellungspflicht im Verletzungsartenverfahren (VAV) und im Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV). In diesen Fällen erfolgt die Verlegung in ein zugelassenes Krankenhaus zum frühestmöglichen Zeitpunkt. 

Nähere Informationen gibt es bei den DGUV-Landesverbänden http://dguv.de/de/datenbanken/index.jsp. Dort können Sie vor allem auch recherchieren, welche Krankenhäuser in gewünschten Umkreis zugelassen sind. 

Ohne Gewähr.